d. Bindegewebe-Epithelwechselwirkungen:
Die Wechselwirkung zwischen Bindegeweben und benachbarten Epithelien hat einen bedeutenden Effekt auf die epitheliale Gewebedifferenzierung. Die dichte Lamina propria der mastikatorischen Schleimhaut ist hauptsächlich für das darüberliegende mehrschichtige squamöse keratinisierende Epithel verantwortlich. Genauso ist das lose Bindegewebe, das das nichtkeratinisierende Epithel der auskleidenden Schleimhaut stützt, größtenteils für die fehlende Keratinisation in diesem Epithel verantwortlich.
Wenn man Lamina propria von der mastikatorischen Schleimhaut des harten Gaumens entnimmt und in eine Region verpflanzt, die keine adäquate keratinisierende Schleimhaut aufweist, wird dieses Transplantat die Keratinisation des später darüber wachsenden Epithels induzieren, selbst wenn das Epithel von einer benachbarten, nichtkeratinisierten Schleimhautoberfläche stammt (Karring et al., 1975).
Diese Eigenschaft des Bindegewebes, die Differenzierung des darüberliegendes Epithels zu modulieren, wird bei rekonstruktiven Chirurgieverfahren genutzt. So kann z.B. ein palatinales Bindegewebetransplantat in einen Bereich, der keine keratinisierte Schleimhaut aufweist, subepithelial verpflanzt werden. Dort wird das Transplantat das darüberliegende Epithel zur Differenzierung in ein keratinisiertes Epithel induzieren.
| University
of Pennsylvania, Temple University, The Ohio State University und University of Pittsburgh Erstellt: 05/08/1999 Letzte Änderung: URL: Autor: Max A. Listgarten Online-Betreuer: James Deschner
(Übersetzung: James Deschner,
The Ohio State University) |
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