Cementogenesis - Reparative Cementum Deutsch

IV. Zement / C. Zementogenese

3. Reparaturzement


  1. Reparaturzement

Wenn die Wurzeloberfläche einer externen Resorption unterliegt, d.h. einer Resorption, die von Zellen der Gingiva oder des Desmodonts ausgeht, kann die Wurzelschädigung in Zeit und Ausmaß begrenzt bleiben. Solch einer Schädigung folgt oft eine reparative Phase mit neuem Zement, das über die zuvor resorbierte Oberfläche abgelagert wird. In der frühen Reparationsphase handelt es sich bei dem Reparaturzement typischerweise um zelluläres Eigenfaserzement. Wegen des Fehlens der Sharpeyschen Fasern trägt dieser Zementtyp nicht zur Zahnverankerung bei. Eine neue Verankerung kann durch Fremdfaserzement oder Gemischtfaserzement ermöglicht werden, die sich auf der Schicht aus Eigenfaserzement bilden.

Abb. 98: Zelluläres Eigenfaserzement (CIFC) wird typischerweise nach einer externen Wurzelresorption an Stellen der Zementreparation beobachtet. Im Gegensatz zu Knochen, bei dem sich Phasen der Resorption und der Knochenbildung während der normalen Remodellierung abwechseln, findet im Zement keine Remodellierung statt. Daher wird eine Zementresorption im allgemeinen als ein anomaler Prozess betrachtet. Eine Ausnahme stellt die während des physiologischen Ausfalls der Milchzähne stattfindende Resorption dar. Da das Eigenfaserzement keine Sharpeyschen Fasern enthält, trägt es nicht zur Zahnverankerung bei.

 

Abb. 99: Bereich einer Zementreparation. Eine Schicht aus zellulärem Gemischtfaserzement (CMFC), das von Zementoblasten (CB) auf eine Schicht aus zellulärem Eigenfaserzement sezerniert wurde, bietet eine neue Verankerung für die desmodontalen Fasern. Eine Ruhelinie (RL) an der Grenze zwischen dem neuen Zement und dem Dentin (C) beschreibt das Ausmaß der externen Resorptionsläsion.

 

Abb. 100: Transmissionselektronenmikroskopische Aufnahme der Grenze zwischen einer alten (OC) und einer neuen (NC) Zementschicht. Die mäßig elektronendichte granuläre Schicht (SL) an der Grenzfläche zwischen den zwei Zementschichten stellt aller Wahrscheinlichkeit nach eine Schmierschicht dar, die durch mechanische Instrumentierung während einer vorherigen Behandlung hervorgerufen wurde. Durch Behandlung der instrumentierten Wurzel mit einer Säure oder einer chelatbildenden Substanz kann die Schmierschicht entfernt werden.

Die Demineralisation von Präparaten mit einer Zementreparation führt oft zu Spaltartefakten, wenn die Schmierschicht nicht entfernt wurde. In nichtmineralisierten Präparaten sind diese Spalten jedoch nicht ohne weiteres erkennbar. Ob das Vorhandensein einer Schmierschicht unter einem neuen Zement irgendeine klinische Bedeutung hat ist unklar.